Wenn der Vorstand der Wiking nur punktuell im ansonsten menschenleeren Bootshaus ist, um nach dem Rechten zu sehen und die eingegangene Post zu bearbeiten, dann bedeutet das nicht, dass es keinen Kontakt zu den Mitgliedern, anderen Vereinen, den Ämtern der Stadt oder Verbänden gibt. Besonders erfreulich ist es, wenn Mitglieder sich - teilweise besorgt, teilweise interessiert - telefonisch oder per Mail melden und erfahren möchten. „Wie kommt die Wiking durch die Krise?“ oder „Wann können wir wieder unseren Sport ausüben?“

Fangen wir deshalb mit der beruhigenden Nachricht an, dass es eine existenzbedrohende finanzielle Situation bei der Wiking aktuell nicht gibt und auch die Wahrscheinlichkeit, dass es eine solche geben könnte, minimal ist. Wir haben vorausschauend in den letzten Jahren selbst ein tragfähiges Fundament geschaffen und bislang alle Angebote auf finanzielle Unterstützung, nach Prüfung unserer möglichen Ansprüche, nicht in Anspruch genommen. Wir hoffen sehr, dass auch alle anderen Sportvereine hier verantwortlich mit Steuermitteln umgehen.

Natürlich haben wir, z.B. aus dem Dragon-Cup, den wir leider absagen mussten - und im geschlossenen Sportlerheim am SANA-Sportpark, keine Erlöse. Natürlich ist die Gefahr nicht gebannt, dass unser Pächter auch noch in weiteren Monaten ohne jede Einnahmen seine Pacht zahlen kann. Selbstverständlich erwartet die Bank von uns fortlaufend die Tilgung des Darlehens im Kontext des Neubaus der Bootshallen ... aber "rote Zahlen" auf den Konten gibt es deshalb nicht.

Nach meiner Auffassung ist es auch nicht Sinn der Hilfsprogramme, das Ausbleiben von veranschlagten Einnahmen aus Veranstaltungen zu kompensieren. Solche waren und sind bei uns immer Polster für Investitionen, die man unter den gegebenen Umständen eben auch mal aufschieben muss.

Bislang gab es bei der Wiking keine Kündigungen der Mitgliedschaft, und mit Freude und Respekt verkünden wir, dass angebotene Beitragsreduzierungen – solche haben wir für die Zeit der Schließung im Sport- und Gesundheitszentrum vorgenommen – mehrfach durch Spenden ausgeglichen wurden. Hochachtung vor diesen Zeichen der Solidarität.

Dank und Anerkennung gilt auch unseren Übungsleitern/innen, die, solange sie durch das angeordnete Schließen der Sportanlagen kein Training leiten können, auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichten. Unsere Reinigungskräfte, den Hausmeister und den sozialversicherungspflichtig angestellten Trainer haben wir bislang nicht entlassen oder in Kurzarbeit geschickt. Wir wollen ja gerüstet sein für die Zeit der möglichen Lockerungen in der Corona-Zeit. Damit wären wir beim sportlichen Teil!

So lange noch Kontaktbeschränkungen angeordnet sind und Sportanlagen geschlossen bleiben müssen, ruht auch bei uns der Sportbetrieb vollständig und es können auch keine Sitzungen und Veranstaltungen stattfinden. Erste Lockerungen zeichnen sich grundsätzlich für individuelles Training im Freien ab. Für Ruderer/innen, vergleichbar auch für Kanuten oder Tennisspieler, könnte im nächsten Schritt unser "Konzept Einertraining" wieder möglich werden. Auf Initiative von Herrn Türsan war uns dies vorübergehend schon mal erlaubt worden, und auf unsere Vorreiterrolle und unser stets transparentes Handeln in diesem Kontext dürfen wir stolz sein. Was jetzt bereits für die Bundeskader wieder erlaubt wurde: Training nur in Einern/ in Ausnahmefällen auch im Zweier, zeitlich versetzt um Kontakte zu minimieren, weiterhin geschlossene sanitäre Anlagen, umziehen zu Hause, Desinfektion des Sportgerätes … für uns kein Neuland!

Regatten, darunter alle Meisterschaften, wurden bis Ende August bereits abgesagt. Vom weiteren Verlauf der Pandemie wird es abhängen, ob die kleineren Herbstregatten und die Hessischen Meisterschaften noch stattfinden können, ggf. auch mit weniger Bootsklassen. Auch die Sprintmeisterschaften wären noch denkbar. Mögen diese vagen Aussichten unsere Nachwuchskräfte motivieren, weiterhin das anspruchsvolle Trainingsprogramm zu absolvieren! Unsere Ruderergometer stehen aktuell in den Kinderzimmern, auf Balkonen oder im Garten der Aktiven, und geben, neben den schulischen Aufgaben, dem Alltag etwas Struktur.

Die Wanderfahrt unserer Breitensportler, auf dem Obermain und in einer Barke geplant, musste leider ebenfalls abgesagt werden und auch das sehr erfolgreich gestartete Elternrudern – überwiegend in Vierern – kann, nachvollziehbar, derzeit noch nicht wiederbelebt werden. Vielleicht trauen sich die ersten „Seiteneinsteiger“ ja in den C-Einer, sobald dafür „grünes Licht“ erteilt wird.

Die Boote unserer Mitglieder der Motorbootabteilung hätten eigentlich schon per Kran ins Wasser gehoben werden sollen, doch solange die Steganlagen noch in Schutzhäfen oder an Land liegen, ist dies natürlich nicht möglich. Signale aus anderen Bundesländern, dass auch das sich bald ändern könnte, gibt es bereits. Unsere Bootseigner werden zu gegebener Zeit prüfen, ob ihr Boot für dieses Jahr lieber an Land bleiben soll. Viel wird auch davon abhängen, ob eine Urlaubsreise mit dem Boot erlaubt sein wird.

Am schwierigsten ist die Entwicklung im Fußball zu beurteilen. Mannschaftssport mit Körperkontakt – das sind natürlich in Corona-Zeiten keine guten Voraussetzungen. Ein Jeder wird ja verfolgen, welche „Klimmzüge“ da im Profifußball diskutiert werden, leider immer bestimmt durch unverhältnismäßig hohe Geldbeträge.

Der Hessische Fußballverband, für alle unsere Mannschaften zuständig, hat sich noch nicht für eine der möglichen Varianten entschieden: Soll die Saison noch zu Ende gespielt oder abgebrochen werden? Wie könnte ein Zeitplan dafür aussehen? Wird es Meister, Aufsteiger und Absteiger geben? Es gab ja erst einen Spieltermin in der Rückrunde!

Von Insidern ist zu hören, dass damit zu rechnen ist, dass es noch längere Zeit keinen Trainings- und Spielbetrieb geben wird und die Saison sogar erst im neuen Jahr regulär zu Ende gespielt werden könnte. Wie es auch kommt – unsere Ausgangslage ist ausgesprochen gut! Meisterschaften und Aufstiege – darunter die für die 1. Herren und die Damen – beide unangefochtene Tabellenführer - sind durchaus denkbar. Das dürfte Motivation genug sein, sich individuell fit zu halten!

Bei den jüngeren Jahrgängen dürfte das nicht ganz so einfach sein, aber unsere Übungsleiter werden sicher den Kontakt zu ihren Schützlingen halten und Vorfreude auf gemeinsames Training wecken.

Bleibt noch unser Sport- und Gesundheitszentrum, welches, von der Altersstruktur der Mitglieder her, oft ein Angebot für die Risikogruppen ist. Individuelles Üben ließe sich sicher auch hier organisieren (Training nur nach Voranmeldung in Kleingruppen / keine Nutzung der Umkleiden / keine Sauna / keine Kurse...), doch die Einhaltung der im Interesse Aller notwendigen Hygienemaßnahmen, dürfte aufwendig werden. Jedes Gerät, jeder Griff, müsste nach jeder Nutzung durch ein Mitglied ausreichend desinfiziert werden. Insbesondere auf Betreiben kommerzieller Anbieter sind entsprechende Überlegungen auf Bundes- und Landesebene schon im Gespräch.

Bei all den Diskussionen um Lockerungen wollen wir aber nicht vergessen, dass das Virus keinesfalls besiegt ist und wir im eigenen Interesse weiterhin die Kontaktbeschränkungen, die Abstandsregeln und die Hygienevorschriften (Hände waschen / Mundschutz tragen ...) beachten müssen. „Wir bewegen uns auf dünnem Eis“ – dieser Sichtweise schließen wir uns bei der Wiking ausdrücklich an.

Gesundheit geht vor und wir wollen Vorbilder sein!

Mit sportlichem Gruß und bleibt gesund!

Detlef Reissmann

(Vorsitzender)

Das macht was her! Schutzmaske in Wiking-Blau mit gesticktem Vereinsemblem.

Letzteres ist zum aufbügeln und kann zum Preis von 2,--€ bei Herrn Reissmann bestellt werden!